Redesign
Clinical Guideline Services
Online-Plattform für die methodische Entwicklung von evidenz- und konsensbasierten klinischen Leitlinien.
Ausgangslage
Das CGS-Portal unterstützt die Entwicklung evidenzbasierter klinischer Leitlinien, die eine konsistente, wissenschaftlich fundierte Patientenversorgung fördern. Es begleitet den gesamten Prozess — von der Literaturrecherche und Evidenzbewertung bis zum strukturierten Konsensverfahren.
Über Jahre gewachsen, enthielt die Plattform zahlreiche spezialisierte Funktionen. Die Benutzeroberfläche wurde dadurch zunehmend komplex und erschwerte die Orientierung — bei ohnehin schwacher Usability.
Design Challenge
Wie kann ein komplexes wissenschaftliches System modernisiert werden, ohne etablierte Arbeitsabläufe der Nutzer:innen zu stören?
Wichtige Bereiche
Literatur-Screening · Literaturbewertung · Konsensmanagement · Reporting · Team-Kollaboration
Zielgruppe
Medizinische Fachexpert:innen · Patientenvertreter:innen · Organisatorisches Personal · Methodiker:innen
Nutzerforschung
Interview mit einer Nutzerin, die über langjährige wissenschaftliche Erfahrung im Entwicklungsprozess der Leitlinien verfügt. Ziel war es, laufende Abläufe im späteren Design so minimal wie möglich zu verändern.
| Insight | Designentscheidung |
|---|---|
| Fehlende Übersicht über laufende Prozesse | Transparenz durch Status- & Fortschrittsanzeigen |
| Navigation komplex | Neue Informationsarchitektur, Neugruppierung |
| Hohe kognitiv-visuelle Belastung | Mehr visuelle Hierarchie, Icons & Grafiken |
Informationsarchitektur
Die getrennte Navigation erschwerte den Wechsel zwischen allgemeinen Funktionen und leitlinienspezifischen Inhalten und führte zu unnötigen Navigationsschritten.
Getrennte Navigationsebenen erschwerten den Wechsel zwischen Bereichen.
Navigationsebenen zusammengeführt und parallel angeordnet; Tabs für leitlinienspezifische Inhalte.
Konsistente, effizientere Navigation mit direktem Zugriff auf relevante Funktionen.
Literatur-Screening
Ermöglicht die Identifizierung relevanter wissenschaftlicher Literatur. In mehreren Stufen werden Quellen geprüft und bewertet.
Zusätzliche Navigationsebenen erhöhten die visuelle Komplexität; Fortschritt war nicht unmittelbar erfassbar.
Workflow als Vollbildansicht neu gestaltet; Fortschritt stärker hervorgehoben.
Fokussierter Arbeitsbereich mit besserer Übersicht über Quellen und Bearbeitungsstand.
Literatur-Screening-Ergebnisse
Neue Funktion
Nach Abschluss des Screenings fehlte bislang eine zentrale Übersicht über Ergebnisse und Bearbeitungsfortschritte im Team.
Keine gebündelte Sicht auf Kennzahlen, Entscheidungen und Teambeiträge.
Designentscheidung
Eigenständige Ergebnisansicht mit Kennzahlen und transparenten Verantwortlichkeiten.
Schneller Überblick über Ergebnisse, Fortschritt und Arbeitsverteilung.
Literaturbewertung
Ein Literaturpool sammelt und bewertet relevante Studien, damit nur hochwertige, aktuelle Quellen einfließen.
Zahlreiche Studien und Bewertungsprozesse ohne visuelle Hierarchie.
Übersicht um Statusinformationen erweitert, optimierte Filter- und Sortierfunktionen.
Offene Aufgaben lassen sich schneller identifizieren und bearbeiten.
Design System
Das visuelle Erscheinungsbild wurde modernisiert und ein modulares Designsystem eingeführt. Farben, Komponenten und Interaktionsmuster wurden vereinheitlicht.
Outcome
- Modernisierung des visuellen Erscheinungsbilds
- Verbesserte Navigation innerhalb komplexer Prozesse
- Transparenz über Fortschritt und Verantwortlichkeiten
- Konsistente Nutzererfahrung über mehrere Module hinweg
- Neue Ansichten nach Anforderungen der Auftraggeber
Learnings
In spezialisierten Fachanwendungen stehen weniger visuelle Trends im Vordergrund als eine klare Informationsarchitektur und hohe Übersichtlichkeit.
Die größte Herausforderung bestand darin, eine etablierte Fachanwendung zu modernisieren, ohne bestehende Arbeitsabläufe zu beeinträchtigen.
